Historie

97 Jahre Fußball in Kirchhoven

Im Zeichen von „Spielverein Corona“ und SSV „Blau-Weiss“ Kirchhoven

 

Wie in vielen anderen Orten der Heinsberge Lande, begann auch in Kirchhoven der Fußball die Gemüter junger Leute zu erregen. Nachdem schon lose Gruppen in Vinn und Lümbach Fußball spielten, fand sich gegen Ende 1910 eine Schar Interessierter im Lokal „Schlossmacher“ zusammen um ihren ersten Fußballverein zu gründen. An dieser Gründungsversammlung nahmen teil: Fritz und August Florack, Karl und Martin Schlossmacher, Wilhelm Jakobs, Hubert Schürkens, Martin Niessen, Peter Schäfer, Wilhelm Jütten, Franz Windeln und Martin Küppers. Sie gaben dem Verein den Namen „Spielverein Corona“ Kirchhoven.

Erster Vorsitzender wurde Wilhelm Jakobs. Als Geschäftsführer wurde Martin Küppers benannt.

 

Der erste Sportplatz befand sich im Högdener Bruch. Hierbei wurden die Tore noch selbst gebaut. Man schlug einfach im Bruch hierfür das Holz. Mit der Größe der Tore nahm mann es nicht so genau. Es kurz vor dem Spiel wurden die Pfosten eingesetzt.

Wie mit dem Platzaufbau, so war es auch mit den Spielregeln. Zuerst mußte es ohne sie gehen, bis die Studenten sie besorgten. Es gab auch keine Tracht oder andere Ausrüstungen. Diese wurden per Fahrrad in Sittard gekauft. Die erste Tracht des Vereins bestand aus einem weißen Trikot mit schwarz – gelber Schärpe.

100 Jahre SSV Blau-Weiß Kirchhoven:

Loblied auf die Jugend (AZ-2010)

An ihrer Spitze Leo Dautzenberg (MdB), Landrat Stephan Pusch sowie weitere Vertreter aus Sport, Wirtschaft und Politik. Alle Kirchhovener Ortsvereine wirkten mit, viele befreunde Vereine kamen zur großen Gratulationscour und feierten unter Freunden. Durch das Programm führte Ortsringvorsitzender Herbert Rademacher.

Ehrenvorsitzender und Schirmherr Hubert Tellers dankte allen in der großen Fußballerfamilie für das ehrenamtliche Engagement. Tellers blickte voll Stolz auf den Neubau des Sportheims, zollte allen, die mit geholfen hatten Anerkennung und großen Respekt. Pastor Arnold Houf sah im Vereinsleben ein «Stück Heimat und Geborgenheit» und würdigte das intakte Vereinsleben.

Der Strahlemann des Tages

Vereinsvorsitzender Sebastian Aretz war der Strahlemann des Tages, sammelte für viele Bälle als Geschenk sowie Umschläge mit besonderem Inhalt. «Für die nächsten Monate haben wir genug», lachte er. In seiner Rede würdigte er die Pioniere von Blau-Weiß. Er lobte die Jugendarbeit im Ort, die Jugendabteilung wurde mehrfach ausgezeichnet.

Landrat Pusch erinnerte sich selbst seine Jugendzeit in Wassenberg und sah das Vereinsleben «als zweite Familie». Jakob Gerards, Erster Beigeordneter der Stadt Heinsberg, sah große Herausforderungen beim SSV: «Ihr Verein hat gelebt, hat gefeiert, war oben, war unten, hat Niederlagen weggesteckt, hat Probleme bewältigt, hat Krisen überstanden – weil es sie gab: die Gemeinschaft, Kameradschaft und das Füreinander. Ich kann nur sagen: Ihr Verein lebt».

Ortsvorsteher Johannes Geiser hielt eine beeindruckende Rede, es gab mehrfach Zwischenapplaus. Er blickte auf eine Sportart, die kaum wie ein anderer Sport die Massen fasziniert. Kritisch merkte der Ortsvorsteher die «Geldgier des Deutschen Fußballbundes» an: «Dies trifft die Amateurvereine hart, denn eine die Ansetzung eines Bundesligaspieles am Sonntagnachmittag ist für alle Vereine mehr als ein Schlag ins Gesicht.» Geiser blickte auf das Ehrenamt, sah hier «die Seele des Fußballs in Deutschland».

Eduard Meinzer, Vorsitzender im Fußballkreis Heinsberg, würdigte ebenfalls das Vereinsleben, sah hier den großen Erfolg im Vereinswesen. Er überbrachte auch die Grüße des Deutschen Fußballbundes und der Fußballverbandes Mittelrhein, überreichte unter anderen die Jubiläumsplakette zum 100-jährigen Jubiläum.

Mit einem großen Zapfenstreich endete dieser eindrucksvolle Festakt, die musizierenden Vereine Kirchhovens lockerten mit ihrem Spiel diesen Festakt auf.


Für 25 Jahre Mitgliedschaft und Verdienste im Verein wurden im Laufe des Festaktes gewürdigt: Frank Tholen, Frank Brodermanns, Dominik Poetsch, Jakob Vonderberg, Roland Jöris und Dietmar Reibel. Mehr als 40 oder 50 Jahre dabei sind Willi Wellens, Volker Zielke, Friedel Rausch, Franz Lenzen, Willi von den Ruhren, Hubert Derix, Rainer Derix, Hubert Tellers, Walter Dolls, Peter Busch, Bert Philippen, Jakob Geiser, Hans Florack.